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31.07.04 BZ - Serie, Teil 14 - von ULRIKE KRIEGER

Berlin - Zurzeit ist kein Buffet und kein Kühlschrank vor ihr sicher: Berlins Uta Kühnen, 28, muss essen, essen, essen. Die EM-Dritte ist zwei Wochen vor den Spielen noch zu leicht für das olympische Judo-Turnier. "Ich wiege gerade 74 Kilo, starte aber in der Klasse bis 78 Kilo. Das bedeutet, meine Gegnerinnen haben alle vier Kilo mehr auf der Waage. Schwerer zu werden und dabei nicht fett, ist gar nicht so einfach, verrät Uta augenzwinkernd.

Trotzdem will die Lebensmitteltechnologie-Studentin in Athen unbedingt eine Medaille:
"Erstens bin ich in der Form meines Lebens und zweitens fahre ich zu Olympia, um
Gold zu holen. Sonst wäre das harte Training ja Blödsinn, oder?"
Doch gewinnen
können 15 andere Halbschwergewichtlerinnen auch. Die Weltspitze ist dicht. Kurios:
Kampf-Geheimnisse und Tricks haben die Gegnerinnen nicht voreinander. Uta erklärt:
"Das ganze Jahr bin ich mit meinen härtesten Konkurrentinnen zusammen im
Trainingslager in der ganzen Welt. Denn für uns Mädels ist es immer noch besser,
mit Frauen zu trainieren als gegen Männer zu kämpfen."
Ein paar Überraschungen hat
sich die exzellente Taktikerin für ihren 2. Olympia-Auftritt nach Sydney aber trotzdem
aufgehoben. Kühnen: "Ich bin zwar nicht die Schnellste aber im Bodenkampf gefährlich."

Durch ihre älteren Schwestern Helga und Jorinde kam Uta (startet für den SC Berlin) schon
als 5-Jährige zum Judo, mit 15 gewann sie ihre erste Medaille. Judo hat sie damals nicht wegen
der Selbstverteidigung angefangen: "Ich übe den Sport nicht aus, um mich vor Überfällen
zu schützen. Ich liebe einfach die Mischung aus Taktik, Schnelligkeit und Kraft. Ängste
kenne ich nicht. Sicherlich kann ich nachts im Park nicht so schnell rennen wie eine
Sprinterin, aber mich besser verteidigen, das stimmt."
Trotz der Liebe zum Sport wird
die Olympia-Saison wohl Uta Kühnens letzte sein. Ehemann Siegfried will sie zum Aufhören
bewegen. "Er steht nicht so auf Sport", erklärt sie knapp. Dafür treibt Uta ihr TU-Studium
voran, schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit ("Mikroverkapselung von Ölen") und liest trotz
harter Olympia-Vorbereitung fünf Bücher gleichzeitig!

Utas einzige Sorge: "Die neu gelieferten Judo-Anzüge für das Olympia-Turnier passen vorn
und hinten nicht." Deshalb wird ihre einzige Wettkampfjacke (20 andere Trainings-Joppen
im Schrank) nur kalt gewaschen. Uta lacht: "Damit sie nicht einläuft."

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BZ vom 31.07.04, Seite 36


26.05.04 DJB schlägt Olympiamannschaft vor: Deutscher Judo-Bund schlägt zwölfköpfiges Team vor
Ein zwölfköpfiges Team – sieben Frauen und fünf Männer – hat der Deutsche Judo-Bund (DJB) dem Nationalen Olympischen Komitee für die Olympischen Spiele in Athen vorgeschlagen. Im Falle einer Zustimmung des NOK wären die Frauen erstmals bei Olympischen Spielen in allen Gewichtsklasse vertreten. Zum Vergleich: Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war der DJB mit insgesamt elf Aktiven – fünf Frauen und sechs Männer – vertreten. Maximal sind bei Olympischen Spielen 14 Gewichtsklassen mit je einem Startplatz pro Nation zu besetzen. Die Mannschaft des DJB in Athen ist zudem nahezu identisch mit der von den Weltmeisterschaften 2003 in Osaka, bei denen der Deutsche Judo mit einer Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen das beste WM-Ergebnis seit zehn Jahren erzielte. Lediglich Frank Möller (Berlin-Marzahn)– er soll im Schwergewicht seinen Platz dem Mönchengladbacher Andreas Tölzer überlassen – und Katrin Beinroth gehören in Athen nicht zur Mannschaft. Die Hannoveranerin war in Osaka in der Open-Kategorie gestartet, die allerdings nicht zum olympischen Programm gehört.

„Als Ersatz stehen noch sechs weitere DJB-Athleten bereit, die alle die vorgegebene NOK-Norm
erfüllt haben und im Falle einer Verletzung der ersten Garde kurzfristig einspringen könnten",
erklärt Sportdirektor Manfred Birod (Rüsselsheim).


Das DJB-Team bei den Olympischen Spielen in Athen:

Frauen: -48 kg Julia Matijass (Osnabrück) – kein Ersatz. -52 kg Raffaella Imbriani (Ettlingen) – kein Ersatz.
–57 kg Yvonne Bönisch (Potsdam) – Ersatz Karoline Kubatzki (Hannover). –63 kg Anna von Harnier (Böblingen)
– Ersatz Claudia Malzahn (Halle/Saale). –70 kg Annett Böhm (Leipzig) – kein Ersatz.
–78 kg Uta Kühnen (Berlin) – Ersatz Jenny Karl (Rüsselsheim). +78 kg Sandra Köppen (Brandenburg)
– Ersatz Katrin Beinroth (Hannover).

Männer: –60 kg Oliver Gussenberg (Osnabrück) – kein Ersatz. –66 kg und –73 kg kein DJB-Kämpfer. –81 kg Florian Wanner (Großhadern) – Ersatz Ole Bischof (Abensberg). – 90 kg Gerhard Dempf (Großhadern) – kein Ersatz. –100 kg Michael Jurack (Abensberg) – kein Ersatz. +100 kg Andreas Tölzer (Mönchengladbach) – Ersatz Frank Möller (Marzahn).


 


Der NordBerliner Nr. 25 vom 17.06.04


  Kieler Nachrichten (22.03.04)

Kieler Nachrichten (29.03.2004)